Zu Ende

Ja, gestern Abend bin ich wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen.
Ich blicke auf wunderbare 10 Monate in Bordeaux zurück und bin glücklich diesen Auslandsaufenthalt gemacht zu haben. Ich habe viele tolle Erfahrungen gesammelt und ne Menge dazu gelernt; fürs Leben und auch über mich selbst.
Vielen, vielen Dank an alle die mich unterstützt haben, die mich begleitet haben, die mir das ermöglicht haben und die Bordeaux für mich zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht haben!!!

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Vignobles de Sauternes et Graves

Daniel ist grade bei mir zu Besuch und am Freitag haben wir gemeinsam eine Tour in die Weinanbaugebiete gemacht. Um genauer zu sein, sind wir nach Sauternes und Graves gefahren. Sauternes ist bekannt für seine süßen Weißweine, Graves für trockene Weiß- und Rotweine.
Das war ein super Ausflug. Wir haben die Tour beim Office de Tourisme de Bordeaux gebucht, sodass ich ein wenig die Befürchtung hatte es sei vllt. eine Verkaufstour. Das war es zwar auch, aber keinesfalls in erster Linie. Uns wurde ganz viel über den Weinanbau in Bordeaux im allgemeinen und in Sauternes und Grave im speziellen erzählt. Was für Trauben genutzt werden, was für Bodenverhältnisse dort sind, was dies beides für den entstehenden Wein bedeutet. Wie die Weine klassifiziert werden, usw. Es war wirklich sehr, sehr informativ und ich habe eine Menge dazugelernt.

Für den optischen Eindruck hier ein paar Fotos:

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Le Menu “Tour du monde”

Mal wieder ein Essen. Erst ein 3-Gänge-Menü bei mir zu Hause, danach feiern und tanzen im SaintEx und Chat-Qui-Pêche.
Voila les photos:

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Fotos zum letzten Artikel

Voila:

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Tango au Jardin Public

C’était merveilleux!!! :-)

Heute, am 1. Mai, war der erste “Open-Air-Tango” dieses Jahres. So lang hab ich schon auf diesen Tag gewartet und daraufhin gefiebert. Ich war sogar ein bisschen aufgeregt. :-) Nachdem es heute morgen sehr schön und sonnig war, zog heute Mittag ein Gewitter auf und ich befürchtete schon, dass die Veranstaltung abgesagt würde. Aber das große Unwetter zog um Bordeaux herum. Man hörte zwar Donnergrollen und sah einige Blitze zucken, doch es blieb weitesgehend trocken, sodass ich mich also auf den Weg zum Jardin Public machte. Dort angekommen, war alles schon im vollen Gange. Es war wunderbar! Diese Atmosphäre, die Umgebung, ich hatte noch nichtmal meine Schuhe an, da war ich schon eingetaucht; eingetaucht in diese “andere” Welt, meine “Tango-Welt”. Die Musik, und dann noch die Paare auf der Tanzfläche, für mich ist das jedesmal wie ein Traum. Abschalten, eintauchen und träumen. :-)
Ich hab dann auch direkt nen Cabécéo bekommen und los gings. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Boden. Klar, sonst tanz ich ja immer auf Parkett oder gewiehnerten Fliesen. Das war natürlich jetzt eine ganz schöne Umstellung auf dem Steinboden der Ruine. Aber nach der dritten Tanda die ich getanzt habe, hatte ich mich dran gewöhnt und drauf eingestellt, dass ich nicht so stark gleite und dass ich deutlich mehr Energie in meine Pivots geben muss. Und dann hat es super geklappt.
Das Tanzen setzt bei mir immer ganz viele Endorphiene frei. Ich weiß auch nicht, es ist so entspannend, schöne Musik und das ganze Drumherum, das macht mich einfach glücklich! :-)

Der Vater meine Freundin Eva ist Hobbyfotograf. Er kam auch für ein Stündchen vorbei um ein paar Fotos zu machen. Am Dienstag oder Mittwoch seh ich Eva, dann bringt sie mir die Bilder mit. Bin gespannt, wenn gute dabei sind, werde ich die natürlich nachträglich noch hier hochladen.

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Osterfeiertage

Auf ihrer InterRail-Tour durch Südeuropa haben zwei Freunde von mir aus Münster am Kar-Samstag bei mir in Bordeaux Station gemacht. Und weil es ihnen so gut gefiel, sind sie gleich bis heute Nachmittag geblieben. So hatten wir ein wunderschönes Osterwochenende gemeinsam.

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S E L

Alle diejenigen unter euch, die der französischen Sprache (ein wenig) mächtig sind, werden jetzt wahrscheinlich an “Salz” denken. Ja, die deutsche Übersetzung des französischen Wortes “Sel” ist Salz, das ist richtig, aber ich möchte heute über den SEL berichten, den
Salon de l’Esprit Libre.

Was verbirgt sich dahinter?
In Anlehnung an Debattierclubs und Leseszirkel im Frankreich des 18. Jahrhunderts hat es sich der SEL zur Aufgabe gemacht, auch im heutigen Zeitalter die Menschen zum Denken und insbesondere zum NACH-denken anzuregen. Damals waren es die Ereignisse der französischen Revolution und die Epoche der Aufklärung, die die Menschen dazu bewegten solche Treffen abzuhalten.
Aber auch in der heutigen Zeit, in der alles so schnell-lebig geworden ist, man mit Informationen auf allen erdenklichen Ebenen gradezu überschwemmt wird, ist es wichtig:

  • sich ab und zu mal hinzusetzen, um nachzudenken
  • sich Zeit zu nehmen, um zu hinterfragen, anstatt alles hinzunehmen
  • sich seiner eigenen Person, seiner Standpunkte, seiner Weltanschauung bewusst zu werden

Diese List kann natürlich noch fortgesetzt werden und ist keinesfalls vollständig. Aber ich denke, der Gedanke ist klar geworden.
Warum also nicht gemeinsam hinzusetzte? So hat man die Möglichkeit direkt auch mit anderen Menschen zu diskutieren und seine Meinung, Einstellung oder Sichtweise zu verteidigen/dazustellen und sich dadurch entweder noch bewusster zu werden, noch überzeugter zu sein, oder aber um festzustellen, dass man sich noch nicht endgültig auf etwas festlegen möchte.

Soviel zur Theorie; jetzt aber zu meinem gestrigen Abend.

Das Thema gestern war Grand nettoyage de printemps, also “Großer Frühjahrsputz”. Als Aufgabe, damit man auch eine Basis zum Diskutieren hat, war angeregt worden, dass sich jeder Teilnehmer ein Objekt und eine Idee überlegen solle, wovon er sich trennen möchte. Bei den Objekten sollten es Dinge sein, die einen gewissen Wert für einen haben und von denen man sich nicht so ohne weiteres trennen mag. Man sollte sein Objekt in Szene setzen, eine Geschichte dazu erzählen, begründen wie die Wahl auf dieses Objekt fiel, warum man sich davon trennt und vorallem, was diese Trennung für einen bedeutet. Zusätzlich zu Objekt und Idee sollte man noch eine Kleinigkeit zum Essen mitbringen oder eine Flasche Wein oder Champagner.
Der Ablauf des Abends war dann so, dass wir mit einem “Salon Libre” angefangen haben. Alle Teilnehmer kamen an einem großen Tisch, auf welchem die Speisen buffet-artig hergerichtet waren, zusammen. Jeder bekam ein Glas Champagner und wir haben gemeinsam den “SEL du printemps” eröffnet. (Also den Frühlings-SEL. Der SEL findet 4x im Jahr statt, Frühling, Sommer, Herbst und Winter) Für alle Mitglieder, die zum ersten Mal an einem SEL teilnahmen, wurde ein wenig erklärt. Unteranderem sagte der Gastgeber:
Vous êtes un peu chez moi et beaucoup chez vous-même.
(Ihr seid ein wenig bei mir, und viel bei euch)
Was als Leitspruch des SEL’s betrachtet werden kann. Man ist zwar auf der einen Seite Gast, aber vorallem soll man auf sich selbst achten, in sich selbst hinein horchen und sich seiner eigenen Gedanken und Auffassungen bewusst werden.

Danach wurde gemeinsam gegessen und man hatte die Möglichkeit die anderen Teilnehmern kennenzulernen, sich zu unterhalten und auszutauschen. —> Salon Libre, also freies reden.
Dann schellte irgendwann ein Glöckchen. Dies war das Zeichen für das Assemblée National. Damit ist die Zusammenkunft zum diskustieren gemeint. Wir sind alle in einen anderen Raum gegangen, wo Stühle in einem großen Kreis aufgestellt waren. Es gab einen Moderator (der Gastgeber), der die Gesprächsrunde ein bisschen geleitet hat. Dieser hat dann das Wort einem der Teilnehmer erteilt und dann durfte man präsentieren, was man vorbereitet hatte. Im Anschluss an den Vortrag durften Fragen an den Vortragenden gestellt werden und zum Schluss wurde diskutiert. Wobei diskutieren hier meint, dass jeder seine Meinung und seine Gedanken zum Vortrag schilderte und evtl. die anderen daran teilhaben ließ, wozu einen dieser Vortrag angeregt hatte. In der Runde gestern z.B. war einer dabei, der nach jedem Vortrag in der Diskussion ein kleines Gedicht vortrug. Ein 2 oder 3 Zeiler zu dem er sich durch den vorher gehörten Vortrag inspiriert fühlte.
Nachdem jeder einmal vorgetragen hatte, gab es nochmal einen Salon Libre. So hatte man die Möglichkeit nochmal was zu essen  ;-)   aber insbesondere eben auch die Gelegenheit gezielt auf einzelne Personen zuzugehen und sich mit diesen zu unterhalten, fragen zu stellen oder sich anregen zu lassen.
Zum Abschluss des Abends klingelte erneut das Glöckchen und alle kamen nochmal zum Assemblée National zusammen. Jetzt wurde frei diskutiert und es durften Anregungen geäußert werden, was man sich als Thema für den nächsten SEL wünsche. In unserem Fall gestern Abend wurde im zweiten Assemblée National heftigst über das Bild von Mann und Frau in der heutigen Gesellschaft diskutiert. Einer der Hauptpunkte war dabei der Feminissmus. Einige interessante Fragen dabei waren:

  • wann der Zeitpunkt wohl kommt, wo sich die Männer gegenüber den Frauen beahupten müssen?
  • ob es in absehbarer Zeit vielleicht statt Feminissmus und Machissmus (von Macho, also Machotum) vielleicht Humanismus gibt?

Man war sich einig, dass, was Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen angeht, Frankreich noch nicht so weit sei, wie Deutschland. Dabei ging es nicht so sehr um die Möglichkeiten, die man als Frau in Frankreich hat, sondern viel mehr um das Bild, das die meisten Männer in Frankreich von Frauen haben. Außerdem wurde dafür plädiert, dass das französische Wort für “Menschenrechte” nämlich “Droits de l’homme” umbenannt werden sollte in “Droits humain”. Denn Droits de l’homme heißt wörtlich übersetzte “Die Rechte der Männer”.

Insgesamt hatte ich einen sehr schönen und interessanten Abend, der mich auf jedenfall bereichert hat.

nähere Infos: http://salonespritlibre.com/

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